Wir alle kennen trübe Tage, Stimmungstiefs oder sogar leichte depressive Verstimmungen. Es ist nicht immer alles eitel Sonnenschein. Gerade der Herbst, wenn die Tage kürzer werden, das Licht fehlt und die Temperaturen fallen, erfüllt viele Menschen mit Wehmut und Melancholie. Da kann Schreiben helfen, um bewusst dagegenzuhalten, Lichtmomente zu fokussieren sowie Freude und Lebensmut in den Alltag zu holen. Hier findest du ein paar Schreibanregungen.
Wenn uns der Herbstblues packt, ist es wichtig, für ein körperliches und seelisches Wohlbefinden zu sorgen und sich Gutes zu tun: ausgedehnte Spaziergänge an der Herbstsonne, sich mit Freundinnen und Freunden zu treffen, zusammen etwas Feines zu kochen, wieder einmal ins Theater, Kino oder an ein Konzert zu gehen. Oder einfach nur das zu tun, worauf man gerade Lust hat.
Als anregende und entspannende Stimmungsaufheller können aber auch folgende Schreibanregungen genutzt werden.
Sammle gute Momente im „Glücksjournal“
Auch an noch so trüben Novembertagen, an denen die Stimmung im Keller ist, gibt es Momente, die aufmuntern oder trösten. In einer Phase, wo wir in einer eher negativen Stimmung versinken, lohnt es sich, diesen erfreulichen Augenblicken nachzuspüren und sie in einem „Tagebuch der guten Dinge“ aufzuschreiben. Mein Tipp: Notiere täglich drei Situationen, Begegnungen, Gespräche oder Dinge, die schön sind (oder wenigstens nicht ganz so schlecht), auch wenn es nur Kleinigkeiten sind.
Wenn wir konzentriert nach den „guten Momenten“ suchen und sie aufschreiben, verliert die Trübsal für einen Moment an Gewicht. Probier’s doch einfach mal aus.
Hinweis: Wie erwähnt ist hier von einer leichten depressiven Verstimmung die Rede. Bitte hole dir bei einer anhaltenden Depression professionelle Hilfe. Hier findest mehr Informationen über depressive Störungen.
Listen: Die Klassiker im Journalschreiben
Ich liebe es, Listen zu schreiben. Sei es, um Ideen zu sammeln, Visionen zu entwickeln oder eben: um die Stimmung aufzuhellen.
Hier ein paar Ideen für solche „Aufmunterungs-Listen“:
- 100 Dinge, die mir gut tun
- 50 Orte, die mir Kraft geben
- Menschen, mit denen ich gerne zusammen bin und die mich zum Lachen bringen
- Kleine Freuden, die mir den Alltag versüssen
- Erfahrungen, Dinge, Begegnungen in meinem Leben, für die ich dankbar bin
- Tätigkeiten oder Erlebnisse, die mir schon früher einmal gutgetan, mich entspannt oder froh gemacht haben
Schreibe möglichst spontan, vielleicht 5 bis 10 Minuten lang. Dann lies deine Sammlung durch, setze Prioritäten und ergänze die Liste, wenn dir noch etwas einfällt.
Jetzt hast du kleine Kostbarkeiten gesammelt, die dir das Leben angenehm machen können. Wähle eine Sache aus, die du gerade besonders gerne geschenkt bekommen würdest. Wie fühlt sich das Geschenk an? Schreibe auch darüber.
Oder noch besser: Ruf einen Menschen aus der Liste an, der dir guttut oder, wenn du magst, unternimm etwas Schönes, das auf deiner Liste steht.
Beschreibe deinen perfekten Tag
Stell dir vor, du bekommst einen freien Tag geschenkt, an dem du Kraft und Motivation hast. Du darfst alles tun, was du gerade tun möchtest, Zeit und Geld spielen keine Rolle. Was machst du an einem solchen perfekten Tag? Wie fühlt sich das an? – Auch hier darfst du eine einfache Liste erstellen. Oder noch besser, du beschreibst sehr genau und detailliert, wo du bist, wie es dort aussieht, duftet und klingt; was du tust, was du dir dort Besonderes gönnst. Du darfst träumen und dich voll und ganz in diesen Traum einfühlen.
Als Variante dieser Schreibübung, kannst du auch einen Tag beschreiben, an dem es dir so richtig gut gegangen ist. Erinnere dich möglichst genau und mit allen Sinnen. – Wie fühlte sich das an? Beschreibe alle Einzelheiten. Vielleicht wird es dir so warm ums Herz wie damals. Versuch’s einfach mal.
Was-wenn-Intervention
Freies, assoziatives Schreiben zu verschiedenen Satzanfängen, kann dich ebenfalls aus einem „Tief“ holen. Hier ein paar Vorschläge:
- Wenn ich nicht so müde wäre, würde ich jetzt …
- Wenn ich morgen fit und munter erwache, gehe ich …
- Wenn Geld und Zeit keine Rolle spielen, würde ich jetzt …
Licht-Meditation
Viele Menschen gönnen sich in der dunklen Jahreszeit eine Lichttherapie gegen den Herbst- und Winterblues. Die positive Wirkung von Licht kannst du auch mit einer Meditation/Visualisierung ausprobieren: Stelle dir ein schönes, warmes Licht vor, das sich um dich herum ausbreitet, dich einhüllt und deinen Körper durchdringt. Versuche wahrzunehmen, wie sich das anfühlt und schreibe darüber.
Eine spannende Idee ist es, den Text am Schluss zu verdichten: Schreibe ein Gedicht, ein Haiku, ein Elfchen oder einfach nur einen einzigen Satz, der das Geschriebene auf den Punkt bringt. – Wenn du gerne malst oder zeichnest, kannst du deine Gefühle auch in einem Bild darstellen. Lass deiner Phantasie freien Lauf und geniesse es, wenn du so richtig in den Flow kommst.
Kennst du den Herbst- und Winterblues auch? – Was tust du dagegen?
Oder machen dir Nebel, Kälte und fehlendes Licht gar nichts aus?
Lass es mich wissen im Kommentar unten.
Ich freue mich, von dir zu lesen.